Gesunder Lebensstil | Warum Bewegung wichtig ist
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Warum Bewegung wichtig ist

Bewegtes Leben

 

Der Mensch braucht für seine körperliche, seelische und geistige Entfaltung bzw. Entwicklung Bewegung. Somit ist es wichtig, eine Bewegungskultur in allen Lebensabschnitten zu verankern, damit wir auch noch im fortgeschrittenen Alter von den Vorteilen eines bewegten Lebens profitieren können.

Risikofaktoren und Zivilisationskrankheiten

 

Bewegungsmangel, Überernährung bzw. falsche Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum, genetische Disposition sowie das Nicht-Wahrnehmen von Vorsogeuntersuchungen zählen heutzutage zu den Risikofaktoren, die zu Zivilisationskrankheiten führen.

 

Darunter versteht man zum Beispiel

 
  • Übergewicht bis hin zu Adipositas,
  • Diabetes mellitus Typ 2 und
  • die sogenannten Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Arteriosklerose durch erhöhte Blutfettwerte, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Herz-Kreislauferkrankungen sind in Österreich seit Jahren Todesursache Nummer 1.

Zivilisationskrankheiten und gute Gründe für Bewegung

 

Um sich einen raschen Überblick zu verschaffen eignet sich die Berechnung des Body Mass Index (BMI) sehr gut: Es wird dabei das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße gesetzt.
Beispiel der Berechnung: Körpergewicht von 75kg dividiert durch Größe 1,80 m zum Quadrat (Formel: 75/1,8² = 23,15).

 
  • Liegt der BMI zwischen 18,5 bis 25 ist dies als Normalgewicht zu betrachten.
  • Liegt dieser jedoch zwischen 25 und 29,9 spricht man von Übergewicht.
  • Alles über 30,0 wird als Adipositas bezeichnet.

 

Heutzutage wird jedoch von medizinischer Betrachtungsweise eher der Waist-to-Hip-Ratio zur Berechnung herangezogen – hierbei wird der Bauchumfang in Relation zum Hüftumfang gesetzt. Als Schnelltest eignet sich auch sehr gut den Bauchumfang (knapp oberhalb des Bauchnabels) zu messen. Frauen sollten einen Bauchumfang unter 80cm erreichen, Männer weniger als 94cm – alle Werte darüber beschreiben bereits ein erhöhtes Risiko an Zivilisationskrankheiten zu erkranken.

Bitte lassen Sie die nachstehend beschriebenen Krankheitsbilder gegebenenfalls durch einen Arzt abklären und beachten Sie den Rat Ihres Spezialisten!

Adipositas/Übergewicht

 

Mit zunehmendem Alter neigen beide Geschlechter zu Übergewicht. Frauen tendieren eher öfters zu Adipositas, wobei Männer dafür schon in jüngeren Jahren an Übergewicht leiden.

 
  • Eine ausgeglichene Energiebilanz zwischen Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch wirkt sich positiv auf die Körperzusammensetzung aus.
  • Bewegung und Sport bzw. ein aktiver Alltag hilft dabei eine negative Energiebilanz und dadurch eine Gewichtsreduktion zu erreichen.
  • Sanftes Krafttraining ist hierfür in den letzten Jahren als sehr geeignet in den Vordergrund gerückt.
  • Eine bewusste Ernährung unterstützt diese Maßnahmen.

Diabetes mellitus Typ 2

 

Neben einer erblichen Veranlagung zählen auch Übergewicht und Bewegungsmangel zu den Risikofaktoren. Der Zuckerstoffwechsel ist ebenso gestört wie die Wirksamkeit von Insulin. Die Häufigkeit steigt mit zunehmenden Alter, aus diesem Grund wurde dieses Krankheitsbild auch lange als Altersdiabetes bezeichnet. Männer erkranken statistisch früher als Frauen, wobei in den letzten Jahrzehnten die Krankheit bereits vermehrt im Kindes- und Jugendalter ausbricht.

 
  • Durch körperliche Aktivität wird der Zuckerstoffwechsel angekurbelt.
  • dabei kommt es zu einer verbesserten Aufnahme und Verwendung von Zucker in den Muskelzellen – wodurch sich der Blutzuckerwert verbessert.
  • Bewegung, egal ob Ausdauer- oder Krafttraining, hat hier eine therapeutische sowie präventive Wirkung.

Herz-Kreislauferkrankungen

 

Grundsätzlich herrscht der Glaube vor, dass hiervon mehr Männer betroffen sind. Dies gilt aber nur bis zu einem Alter von 55 Jahren. Die Zahlen der letzten Jahre zeigen eindeutig, dass vor allem ab diesem Alter eher mehr Frauen betroffen sind.

 
  • Vor allem Ausdauertraining hat hier eine positive Auswirkung auf die Tätigkeit des Herzmuskels.
  • Die Herzfunktion ökonomisiert sich in Ruhe und Belastung, dies geschieht vorrangig durch die Bildung neuer Gefäßverzweigungen und der besseren Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff.
  • Der Blutdruck senkt sich und stabilisiert sich in einem normalen Niveau.

Bluthochdruck

 

Eine dauerhafte Erhöhung des systolischen und diastolischen Blutdruckes wird als Bluthochdruck bezeichnet. Bitte erfragen Sie die aktuellen Grenzwerte bei einem Arzt Ihres Vertrauens. In den westlichen Industriestaaten leiden ca. 25 % aller Erwachsende an Hypertonie. Frauen leiden dabei öfters unter dieser Krankheit als Männer.

 
  • Durch regelmäßiges und ausgedehntes Ausdauertraining sowie eine Gewichtsreduktion lässt sich ein erhöhter Blutdruck verbessern.

Herzinfarkt

 

Dabei handelt es sich um einen akuten Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße (Blutgefäße die das Herz versorgen). In Folge der Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff wird ein Teil des Herzmuskels geschädigt oder stirbt gänzlich ab. Großflächige Herzinfarkte schränken die Pumpleistung des Herzens deutlich ein.

 
  • Ausdauertraining erhöht die maximale Sauerstoffaufnahme und Sauerstofftransportfähigkeit (siehe dazu auch Punkt: Herz-Kreislauferkrankungen).
  • Grundsätzlich wird durch jedes gezielte Training die allgemeine Leistungsfähigkeit verbessert.
  • Beginnen Sie nach einem Herzinfarkt das Training unbedingt unter Supervision.

Schlaganfall

 

Oft auch als Hirninfarkt oder Hirnblutung bezeichnet, beschreibt einen Gefäßverschluss bzw. Einblutung im Gehirn. Die Durchblutungsstörung wird in den meisten Fällen durch eine Verstopfung, auch Thrombus genannt, verursacht. Dieser kann jedoch auch aus einer anderen Körperregion kommen und die Verstopfung erst im Gehirn verursachen. In einigen Fällen kommt es auch durch langjährigen Bluthochdruck zum Riß eines vorgeschädigten Gefäßes und dadurch zu Einblutungen im Gehirn. Männer sind zu Beginn des Pensionsalters häufiger betroffen als Frauen, wobei sich ab einem Alter von 75 Jahren das Risiko bei den Frauen erhöht.

 
  • Durch ständige Blutdruckkontrollen, Nikotinverzicht und regelmäßiges Ausdauertraining kann hier präventiv und positiv darauf Einfluss genommen werden.